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Kritik an Räumung des Camps Pikpa

Die pax christi-Bundesvorsitzende Stefanie Wahl ist entsetzt: "Mit der Schließung Pikpas auf Lesbos erteilt man einer menschenwürdigen Asylpolitik erneut eine Absage."

Das selbstorganisierte Camp Pikpa auf der Insel Lesbos wird am heutigen Freitag durch die griechische Polizei geräumt. Die pax christi Bundesvorsitzende Stefanie Wahl ist entsetzt und kritisiert die bevorstehende Schließung des Camps: „Das selbstorganisierte Camp Pikpa ist ein humanitärer Gegenentwurf zu Moria und Kara Tepe 2. In Pikpa wurden bislang Geflüchtete untergebracht, die als besonders schutzbedürftig gelten, wie Familien mit kleinen Kindern, chronisch kranke Menschen oder Menschen mit Behinderungen. Die Entscheidung der griechischen Regierung Pikpa zu räumen zeigt, dass man Orte, wo Geflüchtete menschenwürdig untergebracht werden, nicht will. Mit der Schließung Pikpas erteilt man einer menschenwürdigen Asylpolitik erneut eine Absage.“

Die pax christi „AG Migration“ hatte bereits nach der Ankündigung der griechischen Regierung, die Einrichtung schließen zu wollen, den Erhalt von Pikpa gefordert. Außerdem unterstützt die AG deutlich den Aufruf von Lesvos Solidarity, in dem die griechischen Behörden aufgefordert werden, die Schließung zu stoppen und endlich eine menschenwürdige Unterbringung der aller Geflüchteten zu gewährleisten.

Insgesamt zeichnet sich mit der Räumung des Camps die Fortsetzung einer menschenverachtenden Asylpolitik an den EU-Außengrenzen und zugleich ein Vorgeschmack auf die zukünftigen Pläne der EU-Kommission ab. pax christi fordert eine Abkehr von dieser Abschreckungspolitik an den EU Außengrenzen und setzt sich für eine humane und menschenrechtskonforme Asyl- und Migrationspolitik ein.