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Erster Corona-Fall in Moria

Seit langem befürchtet, jetzt ist es eingetreten: Ein 40-jähriger Mann ist im Lager am Virus erkrankt. Die Menschen im Lager sind in noch größerer Gefahr als ohnehin schon!

Das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ist völlig überfüllt; die Zustände im größten Flüchtlingslager der EU sind für viele Menschen kaum zu ertragen.  Anfang September wurde ein Coronafall registriert – mehr durch Zufall bei einem Krankenhausaufenthalt. Vertreter des griechischen Einwanderungsministeriums bestätigten den Fall. Es heißt, der Mann sei ein anerkannter Flüchtling aus Somalia. Im Lager leben mehr derzeit mehr als 12.000 Menschen - unter zumeist unmenschlichen Bedingungen. Es herrscht Verzweiflung statt Hoffnung unter den Bewohnerinnen und Bewohnern des Lagers. Distanz zu halten, sich ausreichend die Hände zu waschen, ist unmöglich. Bisweilen gibt es kein fließendes Wasser oder Elektrizität. Der Fall zeigt erneut, unter welchen unverantwortbaren Bedingungen Menschen, die sich nach in Europa gerettet haben, hier eben müssen. 

Die Quarantäne im griechischen Flüchtlingslager Moria bringt laut "Ärzte ohne Grenzen" die Bewohner des Camps in Gefahr. Die griechische Regierung habe die Pflicht, die Gesundheitsversorgung für die Menschen im Lager auf der Insel Lesbos zu verbessern und sie nicht unter entsetzlichen Bedingungen einzusperren, erklärte die Hilfsorganisation am Freitag. Die Quarantäne verschlimmere die psychischen Beschwerden der ohnehin bereits stark belasteten Menschen. "In Moria leben auch ältere Menschen mit Vorerkrankungen, Schwangere und Kinder, die Angst haben und die nun als Ergebnis dieser Politik noch mehr seelische Erschütterungen erleiden werden", betonte die Einsatzleiterin von "Ärzte ohne Grenzen" für Covid-19 auf Lesbos, Caroline Willemen.